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Wärmenetz/ Temperaturabsenkung

Warum wollen wir das Temperaturniveau im Fernwärmenetz absenken?

Die Stadt Cottbus wurde in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vor dem Hintergrund der damaligen Industrialisierung der Bereiche Energiewirtschaft, Bergbau und Textilindustrie und der damit einhergehenden expansiven Ansiedlung von Menschen erheblich erweitert. In diesem Zusammenhang wurde die seinerzeit bestehende dezentrale Wärmeversorgung ab 1968 in ein zentrales Fernwärmesystem überführt und kontinuierlich bis 1989 ausgebaut.

Ursprünglich wurde das Fernwärmesystem als ein für die damalige Zeit übliches Dampfnetz geführt. Im Vorlauf betrug die Temperatur ca. 180°C, im Rücklauf (Kondensat) 80°C. Ab 1979 wurde parallel zum bestehenden Dampfnetz ein Heißwassernetz errichtet. Das Temperaturniveau - also die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauftemperatur - betrug für das Heißwassernetz ca. 150°C/70°C. Im Jahr 2010 wurde nach 40 Jahren der Betrieb des verbliebenen Dampfnetzes eingestellt und die Versorgung komplett auf das heute bestehende Heißwassernetz umgestellt. Seit dem beträgt das Temperaturniveau ca. 135°C/70°C.

Die Stadtwerke Cottbus GmbH planen den Bau eines Gasmotorenkraftwerkes (50 MW). Zu dessen technisch reibungslosen und wirtschaftlichen Betrieb ist allerdings ein um 10 Kelvin niedrigeres Temperaturniveau (125°C/60°C) in unserem Primär-Fernwärmenetz erforderlich. Um dieses Temperaturniveau zu erreichen, hat die Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH – in ihrer Funktion als Netzbetreiber des Fernwärmenetzes – das Projekt „P minus 10“ bzw. „P-10“ gestartet. Ziel ist es, bis spätestens zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des neu gebauten Gasmotorenkraftwerkes dieses Temperaturniveau annähernd zu erreichen. Durch die gleichbleibende Temperaturspreizung zwischen Vor- und Rücklauftemperatur (65°C) ist sichergestellt, dass im Vergleich zum höheren Temperaturniveau die gleiche Wärmeenergie übertragen wird. Frieren wird keiner! 

 

 

 


Wie wollen wir die Temperaturabsenkung erreichen? 

Das Projekt P-10 ist hauptsächlich darauf ausgelegt, die Rücklauftemperatur zu senken. Grundsätzlich lässt sich das dadurch erreichen, dass sämtliche Wärmeabnahmestationen in die Lage versetzt werden, noch mehr Wärmeenergie je Zeiteinheit aufzunehmen, als es jetzt möglich ist. Wärmeabnahmestationen sind dabei entweder die Kundenstationen in den Häusern oder die Wärmeübertragerstationen im Fernwärmenetz der Stadtwerke Cottbus.

Bereits heute sehen die Verträge mit unseren Fernwärmekunden eine Rücklauftemperatur von 60°C vor. Im letzten Jahr haben wir begonnen, unser Fernwärenetzmonitoring erheblich auszuweiten, um die Einhaltung der Rücklauftemperatur noch stärker zu überwachen, als es bisher notwendig war. Derzeit schreiben wir jeden Hauseigentümer an, bei denen die Rücklauftemperatur oberhalb der 60°C-Grenze liegt mit der Bitte, seine Hausanschlussstation diesbezüglich zu ertüchtigen.

Die Gründe für die hohen Rücklauftemperatuiren sind vielfältig. Nicht immer liegt ein Defekt vor. Gerade in den Sommermonaten sind Rücklauftemperaturen weit über 60°C häufig durch eine veraltete, seinerzeit technisch so konstruierte Warmwasseraufbereitung verursacht. Hierfür gibt es heute technische Lösungen, die nicht teuer sein müssen. Um eine genaue Diagnose treffen zu können, ist eine Besichtigung der Hausanschlussstation durch ein Fachbetrieb erforderlich. Alternativ stehen auch unsere Mitarbeiter der Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH zur Verfügung und können eine erste Indikation zu den Ursachen geben. 

Für diesbezügliche Anfragen verwenden Sie bitte die folgende Email-Adresse:

info@energienetze-cottbus.de