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Ingenieure aus der Autonomieregion Kurdistan informierten sich über Cottbuser Stromversorgung

(vom 03.08.2017)

Am Mittwoch, den 2. August 2017, machten Fachleute aus der Autonomieregion Kurdistan Halt bei der Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH, der Netzgesellschaft der Stadtwerke Cottbus. 
Im Rahmen eines Projektes der Vereinten Nationen organisierte die Roland Berger GmbH diesen Erfahrungsaustausch, um zu zeigen, wie Energieversorgung auf hohem Niveau funktioniert. Viel Interesse gab es bei der Besichtigung der Netzleitstelle und der neuen Mittelspannungs- Schaltanlage, die im Juni in Betrieb ging. Hier standen unter anderem Themen wie Instandhaltungs- Management, eigesetzte Technologien, Betrieb und Steuerung von Systemen und die Sicherheit im Mittelpunkt.

Seit Jahren investiert die EVC in die Netze. So wurde 2014 das Umspannwerk in Sandow  für ca. 2 Mio. EUR in Betrieb genommen, um das Cottbuser Stromnetz, trotz größer werdenden eingespeisten Strommengen aus Sonne, Wasser und Co., stabil zu halten. Die Kabeldiagnostik des 213 Kilometer langen Mittelspannungsnetzes ist inzwischen abgeschlossen. Dadurch kann gezielt dort in Netze investiert werde, wo Schwachstellen sind. Allein 2016 sind dafür rund 300.000 EUR investiert worden. Aufgrund der veränderten Abnahmestrukturen (z.B. Rückbau, Modernisierungen) werden ab 2018 schrittweise die Netzstrukturen optimiert, d.h. Außerbetriebnahme von nicht mehr benötigten Betriebsmitteln wie Leitungen, Trafostationen und der Bau von neuen Kabelstrecken. Ziel ist auch hier die Senkung der Kosten und die weitere Erhöhung der Versorgungssicherheit. 

Hintergrund und Projektziel:

In der Autonomen Region Kurdistan im Irak wurde in der Vergangenheit mit Unterstützung ausländischer Partner ein leistungsfähiges Stromerzeugungs- und Verteilungsnetz auf hohem technischem Niveau aufgebaut. Dieses umfasst die Stromerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffe und Wasserkraft. Erste Windkraft- und Photovoltaikanlagen sind in Planung. Der Betrieb von Hochspannungsnetzen wurde bereits bei der Errichtung von Schaltanlagen berücksichtigt, die Anbindung an das Hochspannungsnetz vom Irak und benachbarten Ländern steht aber noch aus. Aufgrund von Bürgerkrieg und den damit verbundenen volkswirtschaftlichen Problemen im Irak sind notwendige Anschlussinvestitionen in den letzten zwei Jahren weitestgehend zum Erliegen gekommen. Besonders das Stromnetz ist durch die neuen Erzeugungskapazitäten stark überlastet. Eine sichere und stabile Stromversorgung ist daher nicht mehr gewährleistet. Die aktuelle Situation der schlechten Elektrizitätsversorgung wirkt sich auch negativ auf das tägliche Leben der Menschen und die Entwicklung der Wirtschaft aus, sodass die Autonome Region Kurdistan deutlich unter ihrem Potential bleibt.

Bisher fehlt in der Region das technische und strategische Know-How, um die bestehenden technischen Probleme durch zielgerichtete Investitionen und Ausbildungsprogramme effektiv lösen zu können. Deshalb erhält das Elektrizitätsministerium der Autonomen Region Kurdistan (MOE) als zentrale Entscheidungsinstanz im Bereich Energieversorgung bei dem Aufbau der benötigen Kompetenzen externe Unterstützung.

Ziel des Projekts ist die Weitergabe von technischem Wissen und Fähigkeiten, um die bestehende Lücke zwischen dem Status-Quo der Energieversorgung in der Autonomen Region Kurdistan zum aktuellen Stand der Technik zu schließen. Das von den Vereinten Nationen unterstützte Projekt leistet einen wichtigen Beitrag in Form von Hilfe-zur-Selbsthilfe zum nachhaltigen Wiederaufbau eines funktionierenden und wirtschaftlichen Energiesystems auf dem derzeitigen Stand der Technik.

Fragen zu diesem Beitrag beantwortet Ihnen gerne:

Jens Schober (Geschäftsführer EVC)
Fon 0355 351-150

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